Im Alltag ist sie fast immer mit dem Fahrrad unterwegs. Und trotzdem ist sie immer noch ganz begeistert von der ersten Fahrt mit dem cambio-Auto. Magdalena Ziomek von Smart Coop Germany spricht im Interview darüber, warum Mobilität eine Gemeinschaftsaufgabe ist und wie Smart und cambio zusammenpassen.
Im Alltag sind Sie ja meistens mit dem Fahrrad unterwegs. Was hat Sie dazu gebracht, cambio CarSharing auszuprobieren?
Magdalena Ziomek: Ich versuche so viel wie möglich mit dem Fahrrad zu machen. Aber gerade in der Vorbereitung unserer Generalversammlung bei Smart Coop Germany habe ich gemerkt: Manchmal stößt das Fahrrad an Grenzen. Plötzlich müssen Technik oder Material von zu Hause ins Büro und wieder zurück, die Termine sind eng getaktet und ab und zu muss dann auch noch jemand mitgenommen werden.
Für mich war das tatsächlich die Premiere mit cambio. Ein Auto genau dann nutzen zu können, wenn ich es wirklich brauche, hat sich erstaunlich gut angefühlt. Ich mag, dass cambio für eine nachhaltig und faire Mobilität steht. Das sind ja auch genau die Werte, die unsere Arbeit bei Smart prägen. Wir wollen keinen Überfluss erzeugen, sondern Ressourcen bewusst einsetzen: Gemeinsam statt alleine. Insofern war diese erste Fahrt mit dem cambio-Auto für mich mehr als nur „praktisch“: Sie hat sehr gut zu meinem Verständnis von gemeinschaftlicher Ökonomie gepasst.
Smart ist eine Genossenschaft für Selbständige und Kollektive. Was bedeutet „Gemeinschaft“ in diesem Kontext für Sie persönlich? Und für Ihre Mitglieder?
Für mich heißt Gemeinschaft zuerst einmal: selbständig, aber nicht allein zu sein. Viele unserer Mitglieder kennen das Gefühl, alles gleichzeitig stemmen zu müssen - Akquise, Projekte, Verträge, Abrechnung, soziale Absicherung. Smart setzt genau da an: Wir bündeln Risiken, Wissen und Infrastruktur, damit Selbständige stabiler arbeiten können.
Als Genossenschaft bedeutet das für uns ganz konkret: Jedes Mitglied hat eine Stimme - unabhängig von der Zahl der gezeichneten Genossenschaftsanteile. Gleichzeitig teilen wir Wissen und Erfahrung, um bessere Arbeitsbedingungen für Selbstständige zu schaffen. Und wir bündeln Ressourcen: Smart übernimmt für seine Mitglieder unter anderem die Auftragsabwicklung, das Rechnungs- und Mahnwesen sowie - im Rahmen des Smart Modells - die Anstellung und damit den Zugang zur sozialen Absicherung.
Gemeinschaft ist für mich nicht „nice to have“, sondern ein handfestes Arbeitswerkzeug. Sie schafft Sicherheit, damit Menschen sich auf ihre Projekte und die Beziehungen zu ihren Kund*innen konzentrieren können - und nicht darauf, ob die nächste Rechnung rechtzeitig bezahlt wird. Genau deshalb sehe ich Smart als Gemeinschaftsunternehmen: Wir organisieren Arbeit so, dass Einzelne stärker werden, weil sie Teil eines Kollektivs sind.
Wo sehen Sie die größten Parallelen zwischen Smart und cambio - gerade mit Blick auf den genossenschaftlichen Ansatz, Ressourcen zu bündeln?
Smart und cambio kommen aus unterschiedlichen Welten - Arbeit und Mobilität - aber der Kern ist überraschend ähnlich: Wir glauben beide daran, dass Gemeinschaft stärker macht als Besitz im Alleingang. Bei Smart bündeln wir Arbeitskraft und Aufträge: Statt dass jede selbständige Person allein um soziale Absicherung kämpft, organisieren wir sie gemeinsam in einer Genossenschaft. Wir teilen Know-how, Infrastruktur und Risiko.
Bei cambio ist es ganz ähnlich mit Mobilität: Niemand muss ein eigenes Auto besitzen, das die meiste Zeit ungenutzt herumsteht. Stattdessen teilen sich viele Menschen eine professionelle Flotte an cambio-Autos. Und das Wissen um Wartung und Organisation liegen bei einem Team, das genau darauf spezialisiert ist.
Beide Organisationen zeigen: Wenn wir Ressourcen bündeln - sei es Zeit, Geld, Fahrzeuge oder Wissen - entsteht etwas, das größer ist als die Summe der Einzelnen. Und: Beide setzen auf langfristige, solidarische Beziehungen statt auf kurzfristige Einzellösungen. Für mich ist das ein sehr zeitgemäßer genossenschaftlicher Ansatz: Kooperation statt Konkurrenz, auch zwischen Genossenschaften.
Wie kann gemeinschaftlich organisierte Mobilität - also zum Beispiel CarSharing mit cambio - den Alltag von Selbständigen ganz konkret erleichtern?
Wenn ich an unsere Mitglieder denke, sehe ich viele sehr unterschiedliche Alltage: Workshops geben, Technik transportieren, zu Kund*innen fahren, Material für Produktionen besorgen, vielleicht auch mal eine Ausstellung oder ein Festival mitgestalten. Vieles davon geht wunderbar mit Fahrrad und ÖPNV - aber nicht alles.
Gemeinschaftlich organisierte Mobilität schafft Freiräume, ohne neue Abhängigkeiten. Denn: Wer selten ein Auto braucht, muss sich keines anschaffen, sondern kann ein cambio-Auto genau dann buchen, wenn es wirklich nötig ist. Ganz besonders relevant für Selbständige ist dabei, dass sie jederzeit die Kosten im Blick haben und mobil sein können, ohne sich langfristig zu verschulden. Und sie können ihre Mobilität - wie ihre Arbeit - flexibel an Projekte anpassen: mal Fahrrad, mal Bahn, mal cambio-Auto.
Für mich fügt sich das perfekt in das Smart-Modell ein: Wir kombinieren Freiheit mit Sicherheit. Genau das macht cambio für viele unserer Mitglieder spannend. Es ist ein Baustein einer Lebens- und Arbeitsrealität, in der Menschen selbstbestimmt arbeiten, aber nicht alles alleine tragen müssen - weder in der Buchhaltung noch auf der Straße.
SMartDe eG, aus Berlin
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