„Tag des guten Lebens“ – Am 18. Juni ist Deutz autofrei

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Aus der Welt von cambio
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„Mensch Jung, dat is ja wie in den 50ern!“ rief der 80-jährige erstaunt, als er aus seiner Haustür trat und eine von parkenden und fahrenden Autos vollkommen befreite Straße vorfand.

Flugs schnappte sich der ältere Herr einen Besen, um vergnügt und in aller Seelenruhe den Bürgersteig zu fegen. So erzählt es Thomas Schmeckpeper, Projektleiter des „Tag des guten Lebens“, bei einer Vorbereitungsveranstaltung.  Kaffee- und Waffelduft statt Abgas- und Feinstaubwolken, Stimmen und Musik statt Dauer-Motorengebrumm: so sieht es aus am „Tag des guten Lebens“. Ein ganzer Stadtteil wird sich in einen autofreien Raum verwandeln. Weder fahrende noch parkende Autos dürfen an diesem Tag das Leben stören.

Kreative und gemeinschaftliche Aktionen überall

Live-Painting, Schultermassage, Druckwerkstatt, Hausflohmarkt, Kanon-Workshop, Fitness-Workout, Tischtennis: im autofreien Areal zwischen Opladener Straße, Mindener Straße, Siegburger Straße und Gotenring in Deutz wird in diesem Jahr wieder einiges geboten. Anwohner, Organisationen und Kulturschaffende sind aufgerufen, mitzumachen, den öffentlichen Raum zu beleben.

Autofrei – das kam gut an

Stadt der Zukunft - CarSharing mit cambio in Deutz

Die autofreie Zone mit vielen Aktionen am 18.6. in Köln Deutz

2013 ging es in Ehrenfeld los mit dem „Tag des guten Lebens“ und die Resonanz bei Anwohnern, Besuchern und Politikern war so positiv, dass 2014 eine Wiederholung im gleichen Viertel folgte. cambio war von Beginn an als Sponsor mit dabei. 2015 war Sülz für eine kurze Zeit autofrei. Nach einer Pause im letzten Jahr setzen die Organisatoren um den Verein „Agora“ dieses Jahr mit diesem Aktionstag wieder einen wichtigen Impuls zur Stadtentwicklung. Besonderer Dank geht an die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, die mit einem großzügigen finanziellen Zuschuss einen wichtigen Beitrag leistet.

Ein echtes Realexperiment

In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger erklärte der Sozialwissenschaftler Davide Brocchi, der „Tag des guten Lebens“ sei aber noch viel mehr als nur ein „autofreies Nachbarschaftsfest“. Es ist ein groß angelegtes Realexperiment mit der Zielsetzung, auszuloten, wie eine Stadt sich den Herausforderungen der Gegenwart stellen kann. Dazu gehört neben Klimawandel, Demokratieverdrossenheit oder Umgang mit sozialer Ungerechtigkeit auch die Herausforderung der Zuwanderung. Die Stadt der Zukunft muss Antworten auf die sich wandelnden Lebensbedingungen finden. Am besten gelingt dies durch Dialog und Miteinander.

CarSharing und die Stadt der Zukunft

Momentan ist Mobilität noch eng mit der Förderung von Öl verbunden. Gleichzeitig wird die endliche Ressource so intensiv ausgebeutet, wie nie. Pro Tag wurden bereits 2015 rund 94 Millionen Barrel Öl verbraucht, 2020 sollen es 100 Millionen sein und das allen Sparsamkeitsbestrebungen zum Trotz. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Mobilitätsfrage durch Ressourcenknappheit neu stellen wird. Dazu kommt der Wunsch nach mehr Raum, Ruhe, Grün und guter Luft in der Stadt. Für mehr Lebensqualität dort, wo auch in Zukunft noch mehr Menschen leben werden.

Vortrag und Diskussionsrunde am 16.5. in Deutz

Darüber, wie das stationsbasierte CarSharing ein Baustein auf dem Weg zum guten Leben im Veedel sein kann, wird am 16. Mai Petra Althausen von cambio um 19 Uhr im Aktionsraum in der Düppelstraße 20 einen bebilderten Vortrag halten. Fragen und Anregungen sind anschließend herzlich willkommen.

Mehr Information zum Aktionstag  gibt es hier: www.tagdesgutenlebens.de

(Text: Tim Bischoff / cambio CarSharing)

Der direkte Draht zum Team des cambio-Blogs: blog@cambio-CarSharing.de

 

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