Spritpreise entstehen am anderen Ende der Welt

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Allgemein Aus der Welt von cambio
Öltanker auf hoher See

Ob mit dem Bus oder der Bahn, mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem eigenen oder dem CarSharing-Auto – viele Menschen möchten gerne uneingeschränkt mobil sein. Und sie sind bereit, die Kosten dafür zu tragen, auch wenn sich die Preise erhöhen. Erst kürzlich veröffentlichte das Statistische Bundesamt dazu Zahlen. Daraus geht hervor, dass sich die Preise für Mobilität seit der Jahrtausendwende deutlich erhöht haben. So sind ÖPNV-Tickets in dieser Zeit um 79 Prozent teurer geworden. Die Ausgaben für ein Auto erhöhten sich bei Kauf und Unterhalt um gut 36 Prozent, was maßgeblich mit den Spritpreisen (plus 50 Prozent) zusammenhängt.

Eines steht fest: Mobilität hat ihren Preis. So auch bei cambio. Alle Fahrten werden nach Fahrtzeit und Kilometern abgerechnet. Die Kilometerpreise sind in der aktuellen Preisliste festgelegt und orientieren sich an einem durchschnittlichen Benzinpreis (E5) zwischen 1,25 bis 1,40 Euro.

Anpassungsvorbehalt regelt faire Weitergabe der Preise

Liegen die Treibstoffpreise über längere Zeit außerhalb dieser Preisspanne, dann greift der sogenannte Anpassungsvorbehalt. Dieser regelt die faire Weitergabe von preislichen Schwankungen. Der Kilometerpreis kann dann von cambio um bis zu drei Cent angehoben oder gesenkt werden, je nachdem, in welche Richtung sich die Preise entwickeln.

In der Vergangenheit hat cambio immer konsequent auf Preisentwicklungen reagiert. So werden sowohl teurere als auch günstigere Treibstoffpreise an die cambio-Nutzer weitergegeben.

cambio reagiert seit Jahren konsequent auf Preisänderungen an den Zapfsäulen und passt die Kilometerpreise an.

Preise sind vom Weltmarkt abhängig

Benzin ist ein Raffinerieprodukt: Aus Rohöl wird durch Destillation in mehreren Schritten das Rohbenzin gewonnen. Anschließend werden noch Ether und Alkohol hinzugegeben, was für eine harmonische Verbrennung im Motor sorgt. So entsteht das Benzin, das an der Tankstelle aus der Zapfsäule kommt.

Der Rohstoff für den Raffinerieprozess ist also Erdöl, welches mit großen Tankern über die Ozeane oder dicken Pipelines direkt aus den Fördergebieten auch an Raffinerien in Europa ausgeliefert wird. Länder mit großen Anteilen an der Ölfördermenge sind: Saudi-Arabien, Russland, USA, Irak, Kanada, Iran, China, Brasilien und Venezuela.

Benzin günstiger als Trinkwasser

Erdöl ist in diesen Ländern im Übermaß vorhanden. Teilweise sind im Gegensatz dazu Grundnahrungsmittel vor Ort nur schwer zu beschaffen. Das hat zuweilen groteske Auswirkungen: In Venezuela ist Benzin günstiger als Trinkwasser. Für einen Euro erhält man dort derzeit rund eine Million Liter Benzin. Die Regierung hat jedoch die Zeichen der Zeit erkannt und versucht entsprechend entgegenzusteuern: Die Fördermengen werden reduziert, um eine Verteuerung der Absatzpreise zu erreichen.

Aktuell beeinflussen die Treibstoffpreise mehrere weltpolitische Ereignisse, die wichtige ölfördernde Staaten unmittelbar betreffen. So drohen dem Iran weitere Handels-Sanktionen durch die USA aufgrund des Streits über das Atomabkommen. Libyen und Venezuela sorgen durch ausgedehnte Wirtschaftskrisen für ein knappes Angebot und auch der Handelskonflikt zwischen China und den USA bringt Unsicherheit an den Rohstoffmärkten. Die Geschehnisse der jüngsten Zeit bewirken also, dass sich der Preis für Erdöl, und der damit verbundene Benzinpreis, erhöht hat.

Rohöl ist fast doppelt so teuer

Im Oktober 2017 kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl auf dem Weltmarkt rund 56 US-Dollar. Ein Jahr später steht der Barrel-Preis über 80 US-Dollar. In der beschriebenen Wertschöpfungskette hat sich der Preis für das Rohmaterial also massiv erhöht. Entsprechend stieg in den letzten Monaten der Preis für die Endprodukte wie Diesel oder Benzin. In den letzten Wochen lag der Benzinpreis in Deutschland über 1,50 Euro pro Liter und somit deutlich über der Preisspanne, die bei cambio den Kilometerpreis definiert.

Entsprechend des Anpassungsvorbehalts hat cambio daher entschieden, die erhöhten Benzinpreise nun weiterzugeben. Der Preis pro Kilometer erhöht sich daher ab dem 15. Oktober 2018 um 1 Cent – in allen Tarifen und allen Preisklassen.

Wir beobachten die Preise am Markt auch weiterhin kontinuierlich und passen die Kilometerpreise bei sinkenden Spritpreisen entsprechend wieder an, denn auch Preissenkungen geben wir – wie in der Vergangenheit – konsequent an Sie weiter.

(Text: Arne Franke, cambio CarSharing / Grafik: cambio / Foto: iStock, wissanu01)

 

 

2 comments

  1. Chris

    Moin,

    also es kann gut sein, dass man umgerechnet für einen Euro 1 Millionen Liter Benzin kaufen kann.
    Aber ja nur, weil die venezolanische Währung nichts mehr wert ist.

    Daher sehr reißerisch und eher auf BILD Niveau geschrieben.

    LG

    1. Arne Franke

      Sie haben völlig Recht, dass die Inflation des Bolivar solche krassen Beispiele begünstigt. Fakt ist jedoch, dass die Spritpreise in Venezuela derzeit solch groteske Formen annehmen. Die venezolanische Regierung versucht jetzt gegen diese Tendenzen anzugehen.

      Dieses Beispiel soll jedoch verdeutlichen, dass Venezuela ein Rad im komplexen Zusammenspiel der globalen Petrochemie ist. Und es gibt zahlreiche weitere Ereignisse, die Einfluss auf den derzeitigen Ölpreis und somit die Spritpreise haben.

      Wenn Sie mehr zur Situation in Venezuela erfahren möchten, folgen Sie gerne dem im Text hinterlegten Link.

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