So reagiert cambio auf die Senkung der Mehrwertsteuer

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Allgemein

Am 3. Juni hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket beschlossen, das die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuersätze von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozentpunkte beinhaltet. Die Absenkung soll bis Ende des Jahres gelten. Dieser Beschluss hat viele Diskussionen ausgelöst – in Unternehmen, Verbraucherverbänden und natürlich auch bei cambio.

Wir haben uns in der Frage „Mehrwertsteuer weitergeben ja/nein?“ entschieden. Wir werden unsere Preise nicht ändern und die Absenkung der Mehrwertsteuer nicht weitergeben.

Warum wir unsere Preise nicht ändern

Die Mehrwertsteuerabsenkung wurde beschlossen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ob die Maßnahme hält, was sie verspricht, ist ungewiss. Über das Für und Wider streitet sich die Finanzwelt, streiten Politiker*innen und Wirtschaftsverbände. Jedes Unternehmen sucht gerade seinen eigenen, für sich richtigen Weg. Das haben wir auch getan und unsere Entscheidung sorgfältig abgewogen. Letztendlich sieht es so aus:

Unsere Kund*innen und Partner*innen haben uns in den letzten Monaten großartig unterstützt. Die Resonanz auf unsere Soli-Aktionen hat uns sehr geholfen, die Kurzarbeit und ein KfW-Kredit auch. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam diese bewegten Zeiten durchstehen. Dennoch:

Um die finanziellen Verluste des Lockdown abzufedern, haben wir in den letzten Wochen über Preiserhöhungen nachgedacht. Eine Entscheidung war noch nicht gefallen, denn Preiserhöhungen – insbesondere der Zeit- und Kilometerpreise – sollten das letzte Mittel sein, das Unternehmen zu stabilisieren. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung „platzte“ quasi in unsere Preisdebatte und beendete sie vorerst. Die Mehrwertsteuersenkung nicht weiterzugeben, hilft uns gleichermaßen durch die Krise wie eine Preiserhöhung. Wir gehen daher davon aus, die Preise in 2020 nicht erhöhen zu müssen.

Wir gehen davon aus, die Preise in 2020 nicht erhöhen zu müssen.

Die Mehrwertsteuersenkung nicht weiterzugeben, hilft uns gleichermaßen durch die Krise wie eine Preiserhöhung. Wir gehen daher davon aus, die Preise in 2020 nicht erhöhen zu müssen.

Unterschiede bei Privat- und Geschäftskund*innen

An dieser Stelle müssen wir insbesondere auf die Unterschiede zwischen Privat- und Geschäftskund*innen hinweisen, die die Mehrwertsteuerabsenkung mit sich bringt.

Die Nettopreise der Geschäftskunden-Tarife errechnen sich aus den Bruttopreisen. Daher finden Sie auf unserer Website im Geschäftskundenbereich auch zwei Preislisten – einmal mit und einmal ohne Mehrwertsteuer. Die Bruttopreise werden wir nicht verändern. Da wir von diesen Bruttopreisen ab dem 1. Juli nicht 19, sondern nur 16 Prozent Mehrwertsteuer abziehen, werden sich die Nettopreise etwas erhöhen.

Natürlich wissen wir, dass es vielen Firmenkunden und Selbständigen ähnlich geht wie uns und dass auch sie finanzielle Einbußen durch den Lockdown erlitten haben oder noch mitten in der Krise stecken. Wir hoffen dennoch auf Verständnis für unsere Entscheidung. Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen direkt an Ihre lokale Geschäftsstelle.

So geht es in den nächsten Wochen und Monaten weiter

Durch unsere Entscheidung, die bestehenden Preise nicht zu ändern, werden wir bis Ende des Jahres mehr Erlöse bei den einzelnen Fahrten erwirtschaften. Dieses Mehr an Erlösen wird uns helfen, die entstandenen Verluste zu reduzieren.

Wir werden auch in den nächsten Monaten daran festhalten, in unserem Blog und den cambio Nachrichten über unsere wirtschaftliche Situation zu informieren. Und, wir möchten auch weiterhin mit unseren Kund*innen in engem Kontakt bleiben und uns über die geeigneten Maßnahmen zur Bewältigung der Krise austauschen.

Wir schauen jetzt nach vorn. Die Nachfrage über Pfingsten hat uns Mut gemacht und so haben wir vorsichtig begonnen, die Zahl der Fahrzeuge zu erhöhen – mit den Autos, die eigentlich schon im März eingeplant waren. Das finanzielle Risiko bleibt, aber das ist unser Beitrag, Stück für Stück in die Normalität zurückzukehren.

Soli-Station und Soli-Auto zur Unterstützung von cambio CarSharing in Zeiten der Corona-Krise

Soli-Station und Soli-Auto zur Unterstützung von cambio CarSharing in Zeiten der Corona-Krise

Soli-Autos sind nur noch bis Ende Juni buchbar

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich für die vielen Solidaritätsbekundungen und die finanzielle Unterstützung der letzten Monate bedanken.

Wir werden die Soli-Autos am 30. Juni außer Betrieb nehmen und uns gern an diese kleine hilfreiche Flotte erinnern. Bis zum heutigen Tag, dem 23. Juni, haben wir insgesamt 2.324 Soli-Buchungen gezählt. Die Soli-Autos waren insgesamt 17.037 Stunden „unterwegs“. Das ist großartig.

Schreiben Sie uns, gern auch über die Kommentarfunktion im Blog.

Kommen Sie gut durch den Sommer!

Bettina Dannheim und Joachim Schwarz
Geschäftsführung cambio CarSharing im Namen des gesamten cambio-Teams

(Fotos: ©Patrick Daxenbichler, SARINYAPINNGAM – stock.adobe.com)

52 comments

  1. Per

    Liebes Cambio-Team,

    ich wünsche mir sehr, dass das Angebot von Cambio erhalten bleibt, und bin gern bei einer entsprechenden Vertragsänderung dabei.
    Fassungslos macht mich aber, wie die Geschäftsführung suggeriert, sie könnte das einseitig entscheiden.
    Cambio hat sich längst entschieden: Cambio diktiert den Kunden seit langem AGB, in denen sich Cambio eindeutig verpflichtet, solche Steuersenkungen an die Kunden weiterzugeben, denn sonst könnten rechtlich auch keine Kostenerhöhungen weitergeben werden. Ohne Mitwirkung der Kunden lässt sich das Vorhaben der Geschäftsführung nur umsetzen, indem sie (oder der Insolvenzverwalter) alle Altverträge kündigt und Verträge zu neuen Konditionen anbietet. Wie gesagt, ich wäre dabei, aber es blieben sicher auch viele Kunden auf der Strecke.
    Ich frage mich langsam auch, ob es im Interesse von uns Kunden nicht besser wäre, wenn die Geschäftsführung in die Hände eines juristisch und wirtschaftlich versierten Insolvenzverwalters übergeben würde, um das Angebot von Cambio zu sichern.

    Viele Grüße
    Per

    1. cambio Deutschland Post author

      Hallo Per,

      erst einmal freut es uns sehr, dass Sie cambio schätzen und gern dabei bleiben möchten. Was ich nicht verstehe ist, wie Sie zu der Auffassung gelangen, dass Änderungen der Preise und der Nutzungsbedingungen automatisch zu einer Vertragsänderung führen müssen.

      Wie bei allen anderen Unternehmen auch, ist in unseren AGB geregelt, wie wir Kundinnen und Kunden über Preis- oder Nutzungsänderungen informieren müssen. An diese Geschäftsbedingungen halten wir uns. Nicht nur weil sie ein Vertragsbestandteil sind, sondern weil wir eine transparente und offene Darstellung über die Kostenentwicklung gut finden. Und wie es sein muss, weisen wie auf die Rechte hin, die unsere Kund*innen in diesem Zusammenhang haben.

      Dass wir die Änderung des Mehrwertsteuersatzes nicht weitergeben, hat übrigens nichts mit den „üblichen“ Änderungen der Preise oder Nutzungsbedingungen zu tun. Ich möchte daran erinnern, dass es eine Empfehlung der Bundesregierung ist, den Mehrwertsteuersatz zu senken und jedes Unternehmen für sich entscheidet es zu tun oder nicht.

      Änderungen der Nutzungsbedingungen werden einseitig getroffen, das stimmt. Wie soll es auch anders gehen? Über eine Kundenbefragung, welche Preiselemente wir aufgrund der gestiegenen Kosten erhöhen sollen? Das haben wir tatsächlich schon mal getan und gelernt, dass wir es am Ende doch selbst entscheiden müssen, da das Spektrum der Antworten so groß ist, wie die Nutzungsvarianten der cambio-Autos.

      Einen Insolvenzverwalter brauchen wir übrigens nicht. Es ist schade, dass Sie unsere Berichterstattung zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens so interpretieren. Unsere Geschäftsführungen machen zum Teil seit fast 30 Jahren einen sehr guten Job. Schauen Sie gern auf die vielen CarSharing-Angebote, die in den letzten Jahren mit großer finanzieller Ausstattung entstanden und nach nur zwei oder drei Jahren wieder verschwunden sind. Und dann schauen Sie auf cambio …

      Viele Grüße
      Bettina Dannheim

  2. Christine

    Super Diskussion! Ich habe noch nie auf diese Weise nachverfolgen können, wie eine Preisgestaltung zustande gekommen ist. Für mich bedeutet Cambio Luxus: „doch dann & wann ein Auto“. Dass es jetzt keine Preiserhöhung gibt, finde ich prima und bin voll und ganz einverstanden mit eurer Entscheidung.

  3. E.H.

    Hallo zusammen,
    auch ich bin eine zufriedene Kundin von Cambio, jetzt schon fast 11 Jahre lang. Ganz gewiss wäre ich nicht dabei geblieben, wenn ich nicht auf ein hilfsbereites und immer freundliches Team gestoßen wäre.
    Und dennoch, hier eine andere Sicht auf die Dinge: Corona trifft auch die Kundinnen und Kunden. Existenzbedrohung ist auch hier das große Thema, oft schlimmer als man in der Presse lesen kann. Unter dem Radar von Kurzarbeitergeld werden von verständlicherweise verängstigten Arbeitgebern Leistungen gestrichen. Mein Sohn hat nur noch fast 50 % seines bisherigen, schon sehr geringen Lohns. Kündigen? Wer stellt denn jetzt ein? Deshalb war ich zunächst sehr glücklich, dass endlich etwas für die Verbraucherinnen und Verbraucher getan wurde, als die Mehrwertsteuer gesenkt und die Prämie für den Autokauf verhindert wurde. Sie war gerade nicht für den Verbleib bei Unternehmen gedacht, denn die Mehrwertsteuer ist von den KäuferInnen zu entrichten, nicht von den Verkäufern. Für Unternehmungen gab es andere Unterstüzung.

    In den Monaten März bis Mai habe ich fast 4 x mal so viel Geld für Cambiofahrten ausgegeben, wie in den den gleichen Monaten im Vorjahr. Bus – und Bahnfahrten waren mir zu riskant. Das gab es eben auch. Nun ja, jetzt hoffe ich, wieder den ÖPNV mehr nutzen zu können.
    Behaltet die Senkung der Mehrwertsteuer – wenn es Cambio hilft, dann bin ich froh.

    1. Tina Dannheim

      Hallo E.H.
      besten Dank für Ihre Treue zu cambio und die fast schon 11 Jahre mit uns. Besten Dank auch dafür, dass Sie unsere Entscheidung, die Mehrwertsteuer nicht weiterzugeben, akzeptieren.
      Dass es nicht zu einer Autokauf-Prämie bekommen ist, begrüßen wir ebenso wie Sie.
      Zum ÖPNV: Wir beobachten an vielen Stellen, dass eine gewissen „Normalität“ einkehrt und auch der ÖPNV wieder mehr genutzt wird. Wir hoffen, dass die Abstands- und Hygiene-Regeln weiterhin eingehalten werden und Bus & Bahn wieder zum Hauptverkehrsmittel in der Stadt werden.

      Bleiben Sie gesund!
      Bettina Dannheim

  4. SK

    Ich habe völliges Verständnis für die Entscheidung, die Mehrwertsteuersenkung nicht weiterzugeben. So war es gedacht und nur so ist dem Unternehmen geholfen, das in den letzten Monaten schwere Einbußen hinnehmen musste.

  5. Thomas F.

    Ich muss tatsächlich sagen, dass ich meine Schwierigkeiten mit der Entscheidung habe. Aus meinem Verständnis wurde die Mehrwertsteuer gesenkt, um eine Preissenkung für Verbraucher in der Breite zu ermöglichen. Es war nicht gedacht, dass Firmen bei gleichem Umsatz 3% mehr Ergebnis erzielen können (um dann Ergebnisverluste aus der Corona Zeit abzufedern). Wenn jede Firma so vorgeht, wird der Verbraucher von dieser Maßnahme nichts abbekommen.

    Es gibt mir hier nicht um die paar Cent, die nicht an mich weiter gegeben werden. Ich bin froh, wenn ich Cambio unterstützen kann, dies habe ich auch über Soli-Auto Buchungen gemacht. Auch eine Preiserhöhung wäre für mich kein Problem. Ich sehe das Geld gut investiert, weil es die Basis unsere Autofreien Haushalts ist. Aber ihre Begründung kann auch jeder multinationale Konzern so abgegeben und wenn jeder so handeln würde, zahlt der Verbraucher am Ende doppelt, nämlich über die nicht weitergegeben MwSt Reduzierung und die Steuern, die dafür genutzt werden, die man ja auch zahlt.

    1. Bettina Dannheim

      Besten Dank erstmal dafür, dass Sie cambio unterstützen und cambio ein Teil Ihres Mobilitätsmixes ist.
      Ob die Idee der Bundesregierung, die Kaufkraft zu stärken, am Ende das gewünschte Ziel erreicht, ist ja leider noch nicht auszumachen. Sicher wird es einen Kaufanreiz für teure Konsumgüter geben. Der soll dann am Ende ja auch den Unternehmen helfen. Es geht meiner Meinung nach immer um das Gesamtpaket „Verbraucher*innen und Unternehmen“. Gerade im Dienstleistungssektor wird es aber auch viele Unternehmen geben, die von einer Mehrwertsteuerabsenkung oder einer Preissenkung nicht profitieren werden. Gerade im Mobilitätssektor werden die Verluste nicht durch mehr Fahrten in der zweiten Jahreshälfte aufgeholt – wenn es gut läuft, werden die „normalen“ Erlöse erzielt. Aber da wir noch mitten in der Pandemie stecken ist auch das noch ungewiss. CarSharing ist eine Dienstleistung, die von vielen Kund*innen eher selten genutzt wird, weil sie auch Bus & Bahn oder das Fahrrad nutzen. Viele cambio-Kund*innen fahren 1 mal im Monat, andere 3 mal im Jahr. Und, das soll ja im Grunde auch so bleiben.
      Bettina Dannheim

  6. Joachim Steinigeweg

    Ich freue mich sehr, dass Ihre Kommunikation in der Frage, ob die Mehrwertsteuer weitergegeben wird, so offen und transparent ist. Dies bestärkt mich in meiner Ansicht, im Hinblick auf meine Mobilität mit Cambio den richtigen Vertragspartner gewählt zu haben, der mich als Kunden ernst nimmt.

  7. Joa Falken

    Im Gegensatz zu meinen Vorpostern hätte ich eine gewisse Art der Weitergabe begrüßt.

    Bei effektiv ca. 2,5% Senkung des Bruttopreises macht es vielleicht wenig Sinn, die runden Beträge anzupassen, zumal, falls eine Wiederanhebung zusätzlichen Verwaltungsaufwand ergeben hätte. Eine niederschwellige Lösung wäre es aber gewesen, die „7Tage für 6“-Regelung zu verlängern und/oder die Schwelle des Benzinpreises, ab der er zu Erhöhung des km-Preises kommt, anzuheben.

    Falls investiert werden kann, dann sehr gern gegen Jahresende in Elektroautos, falls diese als Folge der Flottenemissionsgrenzen verbilligt auf den Markt kommen. Inbesondere natürlich in Sädten und an Stationen mit einer größeren Anzahl von Fahrzeugen zur Auswahl.

    1. Tina Dannheim

      Hallo Joa Falken,
      wir haben tatsächlich entschieden, das Angebot „7 Tage buchen / 6 Tage bezahlen“ zu verlängern. Die Info an alle Kund*innen wird in den nächsten Tagen rausgeschickt. Wir sind mit der technischen Umsetzung nur nicht ganz so schnell und wollten unsere Entscheidung zur Mehrwertsteuerabsenkung so schnell wie möglich veröffentlichen.
      Bettina Dannheim

      1. Joa Falken

        Übrigens ist bei der Konkurrenz auch keine Preissenkung erkennbar. We*share bleibt (Stand heute) bei 11,40 €/Stunde brutto bzw. erhöhrt den Nettopreis um ca. 2,5%, und eine ganze Woche mieten wäre gar nicht zulässig. Auf der Share*now Webseite konnte ich gar keine komplette Preisliste zu finden, aber es geht bei 11,40€/Stunde los. Bei normalen Fahrleistungen für eine Tagesfahrt mit Aufenthalt am Zielort und Rückfahrt ist Cambio also generell viel günstiger. Und bei Fahrten nur innerhalb des S-Bahn-Rings braucht man kein Auto.

  8. Andreas Beyerle

    Liebes Cambio-Team, ich kann der transparent ausgeführten Argumentation ohne Einschränkungen folgen und begrüße das Vorgehen sehr. Den vorhergehenden Kommentaren kann ich nichts Neues hinzufügen. Daher „nur“ eine positive Rückmeldung mehr. Aber die Gesamtzahl untermauert ja auch die richtige Entscheidung.
    Viel Erfolg und eine glückliche Hand für die weiteren Schritte durch die Krise wünscht
    Andreas Beyerle

  9. Carmen John

    Ich muss hier den meisten positiven Kommentaren leider ein wenig Kontra geben. Die Senkung der Mehrwertsteuer wurde von der Bundesregierung als Instrument zur Stärkung der Binnennachfrage eingerichtet. Es sollte sich dank niedrigerer Preise für jedermann wieder lohnen, Konsumgegenstände zu erwerben. Dieser Schritt sei sozial gerecht, da auch Menschen, die so wenig verdienen, dass sie keine Einkommensteuer zahlen müssen, bei jedem Einkauf von der Senkung der Mehrwertsteuersätze profitieren. Daher fände ich es nur gerecht, wenn Unternehmen die Senkung der MwSt. an die Kunden weitergäben. Dass sie dieses nicht tun werden, war zumindest mir von Anfang an klar. Somit ist es eine politische Luftnummer die den Unternehmen nur Arbeit macht und keinem Endkunden hilft. Für Cambio kann ich es noch ein wenig nachvollziehen.

    1. Tina Dannheim

      Hallo Carmen John,
      besten Dank, dass Sie nachvollziehen können, dass cambio die Mehrwertsteuer nicht weitergibt – auch wenn Sie das im Grunde nicht richtig finden.
      Ob die Senkung der Mehrwertsteuer dazu führt, dass mehr Konsumgüter gekauft werden, wird sich Ende des Jahres zeigen. Für teure Güter, wie Waschmaschinen, Autos, oder Computer wird das sicher stimmen.
      Wir bezweifeln, dass die Mehrwertsteuerabsenkung für den Bereich Alltagsmobilität zu mehr „Konsum“ führen wird. Die meisten Fahrten mit der Bahn oder dem CarSharing-Auto, die zum Beispiel im April oder Mai nicht stattgefunden haben, werden in der zweiten Jahreshälfte nicht nachgeholt. Warum auch?
      Die Mehrwertsteuerabsenkung soll die Binnennachfrage ankurbeln, das ist richtig. Wir sind hingegen froh, wenn wir in der zweiten Jahreshälfte eine vergleichbare Anzahl von Buchungen haben, wie im letzten Jahr. Noch haben wir diesen Stand nicht erreicht.
      Bettina Dannheim

  10. S.L.

    Wir Kunden profitieren seit Jahr(zehnt)en von einem kundennahen, preis-werten, verlässlichen und wachsenden Angebot, das auch sinnvolle Kooperationen mit Mitbewerbern einschließt. Jeden Cent, den wir „Kleinvieh“ (Zitat aus anderem Post) quasi unbemerkt für ein paar Monate zusätzlich aufwenden, betrachte ich nicht als Kosten, sondern als Investition in einen wichtigen Player der Sharing Economy und der nötigen Verkehrswende, von der wir alle letztlich profitieren werden. Hut ab vor der obigen offensiven Kommunikation bzgl. der MwSt.-Senkung – solche Transparenz werden wir im Supermarkt oder an der Tankstelle, wo wir wahrscheinlich auch die alten Preise weiterzahlen werden, nicht erleben.
    Danke, Cambio – und weiter so!

    1. Tina Dannheim

      Besten Dank für die so freundlichen und zugewandten Worte.
      Ich gebe sie gern an die Teams vor Ort und die Geschäftsführungen weiter.
      Bettina Dannheim

    2. Uwe

      Sehr schön zusammengefasst, dem kann ich mich nur anschließen!

      Danke an cambio & alle Mitarbeiter und natürlich auch an alle Kunden, die geholfen haben und täglich helfen!

  11. Martina Kuhn

    Ich dachte ohnehin, die Mehrwertsteuersenkung sei für die Unternehmen gedacht, damit sie weitermachen können. Also: korrekte Entscheidung, finde ich.

  12. Jens Georg.

    Vielen Dank für die gute Kommunikation und Begründung, ganz im Gegensatz zu anderen Anbietern, die mit dem Argument „Ein Abweichen von unseren bisherigen Preisen würde die Kunden verwirren“ mehr als nur fragwürdige Argumente lieferten.

  13. TiWä

    Ihr dankt den Kunden und Partnern, aber nicht den Mitarbeitern?
    Ich denke das es doch gerade die sind, die „den Laden am Laufen“ gehalten haben und in der verminderten Arbeitszeit alles gegeben haben, um den Kunden ein adäquaten Service zu bieten. Sicherlich hat viele eurer Mitarbeiter die Kurzarbeit auch finanziell sehr schwer getroffen, da sollte man umso mehr auch an den Dank dieser Personengruppen denken. Man hört ja leider nicht viel Gutes über die Arbeitsbedingungen und -konditionen in eurem Unternehmen, da kann man nur hoffen, das durch diese Zeiten auch mal das Augenmerk auf eurer Belegschaft liegt und nicht nur bei den Finanzen.
    Gruß

    1. Tina Dannheim

      Hallo TiWae,
      das ist eine interessante Rückmeldung auf unseren Blog-Artikel. Ich antworte darauf auch in meiner Funktion als personalverantwortliche Geschäftsführerin in der Muttergesellschaft der cambio-Gruppe:
      Den Dank für die großartige Unterstützung geben wir über Blog-Artikel, Social-Media-Posts, E-Mails oder die cambio Nachrichten an unsere Kund*innen und Partner weiter. Wir nutzen die Kommunikationswege, die sich für eine gute und transparente Kundenbindung anbieten. In der Kommunikation mit den Mitarbeiter*innen nutzen wir die Wege in dieser Breite in der Regel nicht. Was tun wir stattdessen?
      Seit Beginn der Corona-Krise berichten wir in firmen-internen Mails und Rundschreiben sehr detailliert über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie, über die Herausforderungen, die Home-Office-Arbeitsplätze mit sich bringen, usw. Anders geht es auch nicht, wenn Kurzarbeit ansteht und sich Mitarbeiter*innen ggf. Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Alle Geschäftsführer*innen der cambio sind sich bewusst, welche finanziellen Auswirkungen Kurzarbeit mit sich bringt. Und andersraum, dass jemand noch nicht wieder voll arbeiten kann, weil die Kinder nicht in die KiTa oder Schule können. Wir sind uns bewusst, wie wichtig es ist, individuelle Lösungen zu finden, um die Krise im Team gemeinsam durchzustehen. Das Danke-schön haben unsere Mitarbeiter*innen mehrfach erhalten (Ich habe es selbst mit verfasst.) und wir werden es auch in den nächsten Wochen und Monaten noch häufiger wiederholen. Eine eher persönlich formulierte Mail mit detaillierten Infos wiegt hier für mich mehr, als ein Satz in einem Blog-Artikel, der sich eigentlich an unsere Kund*innen richtet.
      Was die Kritik an den Arbeitsbedingungen und den -konditionen angeht, dazu kann ich an dieser Stelle nichts sagen. Wenn das so empfungen wird, es um einzelne Arbeitsplätze oder einzelne Mitarbeiter*innen geht, ist der Blog nicht die geeignete Plattform, sich auszutauschen. Hier bitte ich darum, das Gespräch mit den verantwortlichen Vorgesetzten oder der Mitarbeitervertretung zu suchen.
      Bettina Dannheim

  14. John und Marion Brünings

    Hallo liebes Cambio-Team

    Mit dieser Lösung die Mehrwertsteuer nicht zu senken, finden wir in Ordnung, da es ja immer nur ein paar cent
    für uns Verbraucher sind. Sicher klein Vieh macht auch Mist, ist für manchen viel, aber wir sind ja mit Ihrem
    Service zufrieden, unterstützen sollten wir ja auch, soweit das möglich war.
    Viele liebe grüsse
    J. und M. Brünings
    Bleiben Sie gesund🌞

    1. Tina Dannheim

      Hallo J. und M. Brünings
      Vielen Dank für die aufmunternden Worte. Es freut uns sehr, dass sie mit uns zufrieden sind. Wir setzen alles dran, dass das auch so bleibt.
      Bleiben auch Sie gesund, lieben Gruß
      Bettina Dannheim

  15. Dominik Bauer

    Warum werden die Soli-Autos außer Betrieb genommen? Sie wären doch weiterhin ein gutes und vor allem ein freiwilliges Mittel, euch einen Beitrag zu leisten

    1. Joa Falken

      Zum einen wird Cambio festgestellt haben, dass diese Buchungen zurückgehen, zum anderen sollte es jetzt wieder möglich sein, die Kosten aus „regulären“ EInnahmen zu decken.

      1. Tina Dannheim

        Wir haben noch ein großes finanzielles Loch zu stopfen, aber die Zahl der Buchungen nimmt kontinuierlich zu.
        Wir fangen also an, die Fahrzeuge in Betrieb zu nehmen, die wir für die Osterferien gekauft hatten und hoffen, das diese Entscheidung richtig ist.

        1. Joa Falken

          Meine Vermutung war, dass die Zahl der Soli-Buchungen zurückgeht (und die der normalen zunimmt).

          Momentan sieht es so aus, also ob sich Politik und Gesellschaft zu einer zweiten, größeren Welle der Krankheit entschließen, aber vielleicht führt das ja gerade zu mehr Buchungen.

          1. Tina Dannheim

            So ist es auch, die Zahl der normalen Buchungen nimmt wieder zu.
            Sollte es eine zweite Welle geben, können wir nur hoffen, dass Politik und Gesellschaft aus der ersten Welle ausreichend viel gelernt haben und wir auch diese gemeinsam solidarisch durchstehen. Dann werden mittelständische Unternehmen und Kulturschaffende hoffentlich als ähnlich wichtig angesehen wie Großkonzerne und entsprechend unterstützt.

    2. Tina Dannheim

      In den letzten Wochen und Tagen sind immer weniger Buchungen auf den Soli-Autos eingegangen, da erschien es uns sinnvoll, die Aktion zu beenden und uns noch einmal abschließend zu bedanken.
      Sicher waren die Buchungen eine große finanzielle Hilfe und werden es auch die letzten Tage noch sein. Diese Aktion war großartig und hat in der Krise kreatives Prozesse ermöglicht, die nicht nur viel Aufwand, sondern auch viel Freude bereitet haben.
      Die Mehrwertsteuer nicht weiterzugeben und gleichzeitig die Soli-Autos beizubehalten erschien uns irgendwie nicht richtig. Wir sind überwältigt und auch ein wenig stolz auf die Bindung, die es zwischen dem Unternehmen und den cambio-Kund*innen gibt. Wir wollen diese Bindung jetzt nicht überstrapazieren … ist das nachvollziehbar?

      1. Daniel

        Ich finde es unter den Rahmenbedingungen absolut in Ordnung die Bruttopreise beizubehalten.

        Vor einiger Zeit habe ich mein Auto abgeschafft, weil euer Angebot in den meisten Fällen so gut verfügbar ist, dass es sich sowohl finanziell als auch praktisch für mich lohnt. Das liegt insbesondere an den festen Stellplätzen in meiner Nähe und die verbindliche Möglichkeit zur Buchung. Das macht kein anderer Sharing-Anbieter in Hamburg.

        Ein paar Cent mehr oder weniger machen da auch nicht den Unterschied, insbesondere wenn man den Unterhalt eines eigenen Autos dagegen stellt.

        Eine Frage, die mich aber seit der Soli-Aktion beschäftigt:

        Wäre euch nicht mehr und nachhaltiger geholfen, wenn mehr Kunden in den Aktiv- oder Comfort-Tarif wechseln? Oder wäre das nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein und würde sich kaum lohnen?

        Macht weiter so, ich finde euren Service großartig!

        1. Tina Dannheim

          Besten Dank für die aufmunternden Worte und den Zuspruch.
          Zur Tarifwahl: Sicher ist es gut, wenn wir viele Kund*innen in Tarifen mit Monatsgebühr haben. Andere CarSharing-Anbieter haben Ihre Kund*innen gefragt, ob sie nicht als Solidaritäts-Aktion für einige Monate in einen Tarif mit einer höheren Monatsgebühr wechseln. Wir haben uns für die Soli-Autos und die Stationspatenschaften entschieden. Auch, weil wir im April und Mai noch tief in der Kurzarbeit steckten und ein Tarifwechsel immer mit Arbeit im Office-Team verbunden ist, das hätte schlicht und einfach nicht zur Kurzarbeit gepasst.

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