Mit dem Konjunkturpaket durch die Corona-Krise

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Allgemein

Liebe Kundinnen und Kunden,

wir leben in bewegten Zeiten. Kam im März unsere Welt augenscheinlich zum Stillstand, hieß das für uns bei cambio nicht, dass wir untätig wurden. Im Gegenteil: Anträge für KfW-Darlehen und Kurzarbeit mussten geschrieben werden, unsere Arbeitsweise hat sich geändert, Ihnen als Kund:innen wollten wir weiterhin eine sichere und gute Dienstleistung anbieten.

Inzwischen sind wir etwas weiter, aber immer noch mitten in einer Pandemie.

Viele Kolleg:innen arbeiten noch immer im Home-Office, weil trotz aller Lockerungen Schulen und Kitas weiterhin nur eingeschränkt geöffnet sind. Unsere Fahrzeugauslastung hat sich wieder erhöht, ist aber immer noch von dem entfernt, was normalerweise zu dieser Jahreszeit üblich wäre.

Sie als unsere Kund:innen haben uns in dieser Zeit großartig unterstützt. Die Resonanz auf unsere Soli-Aktionen hat uns mehr als positiv überrascht. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam diese bewegten Zeiten durchstehen – auch wenn wir am Ende mit einem blauen Auge davonkommen.

In diese Zeit fällt nun das Konjunkturpaket der Bundesregierung.

Das, was uns als Vorreiterin in der Verkehrswende besonders freut, ist natürlich, dass es nicht zu der lange diskutierten erneuten Abwrackprämie kommt. Die Förderung der Automobilindustrie durch Zuschüsse für unökologische Verbrenner wäre klimaschädlich und wenig nachhaltig gewesen. Der breite Protest von Expert:innen, Verbänden und Umweltschutzorganisationen zeigte hier Wirkung.

Auch die Förderung des ÖPNV und die Stärkung der Deutschen Bahn sind Maßnahmen, die zukunftsgerichtet sind und zur Verkehrswende beitragen. Schön wäre noch eine Kaufprämie für Fahrräder, wie es sie in Frankreich und Italien gibt, gewesen. Aber ein solches Konjunkturpaket ist kein Wunschkonzert und muss viele Interessen berücksichtigen.

Inwieweit wir als CarSharing-Anbieterin Nutzen aus den Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität ziehen, können wir nicht kurzfristig beurteilen. Sicher ist, dass eine Erhöhung der Anzahl an E-Mobilen in unserer Flotte nur mit einem Ausbau der nötigen Ladeinfrastruktur möglich ist. Unser Ziel ist, Ihnen als Kund:innen eine Flotte zur Verfügung zu stellen, die verschiedene Bedürfnisse abdeckt und damit das private Fahrzeug (oder auch einen unternehmenseigenen Fuhrpark) überflüssig macht. Ob dies mit einem größeren Anteil an E-Mobilen möglich ist, werden wir prüfen.

Ganz unmittelbar betrifft uns die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent.

Ganz offen: Die Senkung der Mehrwertsteuer fällt bei uns in eine Zeit, in der wir intern über Preiserhöhungen nachdenken.

Wir haben herbe Verluste einstecken müssen. Soforthilfen, KfW-Darlehen und nicht zuletzt Ihr Beitrag zu unseren Soli-Aktionen konnten einige der Einbußen abfedern. Trotz der erheblichen Umsatzeinbrüche konnten wir so bisher auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Aber unsere Verluste konnten wir eben bei weitem nicht völlig ausgleichen. Leider können wir nicht einfach unsere Fahrzeuge doppelt vermieten, um die gerissenen Wunden zu heilen. Da braucht es andere Lösungen.

Jetzt werden wir neu bewerten, ob uns eine Steuerentlastung in Höhe von 3 Prozent bis zum Jahresende die nötige Luft verschafft, um unsere Preise konstant zu halten.

Sie sehen also, alles ist noch in Bewegung. Die Pandemie, ihre Auswirkungen und unser Umgang damit. Welche Entscheidung wir am Ende treffen und ob diese die richtige war, werden wir erst langfristig beurteilen können.

Gern können Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren mitteilen. Nichts hiervon ist einfach. Und innerhalb unserer cambio-Gemeinschaft möchten wir unsere Kund:innen in unsere Entscheidungen so gut es geht mit einbeziehen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und für Ihr Verständnis für unsere Entscheidungen in dieser Zeit!

Bettina Dannheim und Joachim Schwarz
Geschäftsführung cambio CarSharing im Namen des gesamten cambio-Teams

(Foto: ©magdal3na – stock.adobe.com)

8 comments

  1. Martin Stauch

    3% Ermäßigung entlasten den Einzelnutzer kaum, bringt aber einem Unternehmen in der Summe viel. Und bei einer weiterhin offenen, transparenten Kommunikation bleibe ich auch gerne dabei.

  2. Dennis

    Liebes Cambio Team,
    das Cambio Car-Sharing mit Cambio ist hier einzigartig in seiner Form und soll, besser, muss erhalten sein und bleiben.
    Nur in der Gemeinschaft sind wir stark und ich bin für mehr ( € ) bereit, sei es auch eine Preiserhöhung , wenn es erforderlich ist.
    Sehen wir uns als Gemeinschaft doch als „kleinen privaten Staat“ und fördern Euch wieder auf eine Ebene, die Euch zukunftssicher macht.
    Selbst eine Preiserhöhung gehört dazu. Hört sich ja grundsätzlich für den Betroffenen immer schnell abschreckend an, ist aber grundsätzlich wichtig.
    Ob diese nun in 2-3 Jahren oder schon nächstes Jahr kommt. Es ist wie es ist, Ihr braucht uns und wir brauchen Euch.
    Ich persönlich kann mir meinen Alltag ohne Cambio nicht mehr wegdenken. Im Vergleich, was ein eigenes Auto kosten würde oder die anderen Konkurrenten nehmen, wäre das für mich OK, da ich sicher bin, dass Ihr immer in Anbetracht der Situation für das gemeinsame Wohl, fair und sozial handelt. Ein lieber Gruß aus Hamburg

  3. Günter Drießen

    Liebes Cambio-Team,
    nutzen Sie bitte den reduzierten MWSt-Satz zur Sanierung Ihres Unternehmens. Auch bei einer weiteren Preiserhöhung bleibe ich gerne Ihr Kunde. Ihr Service und die Freundlichkeit Ihrer Mitarbeiter ist großartig. Ich habe in 5 Jahren noch NIE keine Buchung erhalten.
    Herzliche Grüße und alles Gute
    Günter Drießen

  4. Stephan Voss

    Hallo liebes Cambio-Team,
    ich finde es angesichts der Lage selbstverständlich, dass die MwSt-Senkung NICHT weitergegeben wird sonder als Sanierungsbeitrag beim Unternehmen verbleibt. Darüber hinausgehende Preiserhöhungen würde ich auch akzeptieren in dem Vertrauen, dass diese wieder reduziert werden wenn es dann eben geht.
    Viele Grüße
    S. Voss

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