Mit Sonnenkraft durch Aachen

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Wohnen und Mobilität
E-Mobile in Aachen

Im Rahmen des europäischen Projekts Civitas Dyn@mo werden innovative Verkehrskonzepte gefördert, die nachhaltige Mobilitätsangebote beinhalten. In Aachen wurde deshalb im Jahr 2014 ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Die Idee bestand darin, nachhaltige Mobilitätskonzepte in bestehende Wohnprojekte zu integrieren.

Durch die Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Aachen, die gewoge Aachen als kommunales Wohnungsbauunternehmen und cambio CarSharing wurden an drei Standorten neuartige Mobilitätsangebote ins Leben gerufen.

Attraktiver Mobilitätsmix als Alternative zum eigenen Pkw

Im Frankenberger Viertel, dem Rosviertel und am Gut Kullen wurden neue Mobilitätsangebote etabliert. Die Vorgabe bestand darin, dass die Angebote umweltfreundlich sein müssen und zu einer verbesserten Luftreinheit und somit zu einer höheren Lebensqualität in der Stadt beitragen.

Die CarSharing-Station TURPIN im Frankenberger Viertel wurde im Jahr 2014 mit zwei Smart EQ eingeweiht.

Die CarSharing-Station TURPIN im Frankenberger Viertel wurde im Jahr 2014 mit zwei Smart EQ eingeweiht.

Im Frankenberger Viertel wurde eine CarSharing-Station eingerichtet, zusätzlich eine Autogarage zum Fahrradstellplatz umgebaut und mit Radbügeln und einem Ladeschrank für Batterien von E-Bikes ausgestattet. Wer kein eigenes Fahrrad besitzt, kann sich an einer nahegelegenen Radstation bei einem lokalen Anbieter ein E-Bike ausleihen. Zusammengenommen bieten die neuen Angebote im direkten Wohnumfeld den über 8.000 Anwohnerinnen und Anwohnern im Frankenberger Viertel eine geeignete Alternative zu einem eigenen Pkw.

Im Frankenberger Viertel wurden Fahrradbügel und eine Station zur Aufladung der Batterien von E-Bikes errichtet.

Im Frankenberger Viertel wurden Fahrradbügel und eine Station zur Aufladung der Batterien von E-Bikes errichtet.

Die Herkunft des Stroms entscheidet über die Umweltfreundlichkeit

Als Besonderheit installierten die Aachener Stadtwerke eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach eines der gewoge-Häuser im Frankenberger Viertel, um die E-Mobile von cambio über einen Zwischenspeicher mit Strom zu versorgen. Wenn die Fahrzeuge geladen sind, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauses im Frankenberger Viertel produziert mit einer Leistung von 12 Kilowatt Strom durch Sonnenlicht. Mit der in einer Stunde erzeugten Menge Strom könnten 180 Hemden gebügelt oder 12 Kuchen gebacken werden und eine Energiesparlampe könnte damit 45 Tage am Stück leuchten.

Der herkömmliche Strom aus der Steckdose entstammt derzeit noch zu einem kleineren Teil aus erneuerbaren Energien. Aktuell besteht der bundesweite Strom-Mix nur zu 40 Prozent aus Ökostrom. Der größere Teil wird aus Kohle- oder Atomstrom gewonnen. Die Öko-Bilanz der E-Autos fällt entsprechend schlechter aus und es ist deutlich umweltfreundlicher, E-Mobile ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien zu laden.

Anfängliche Berührungsängste wichen der Annahme des Angebots

Die E-Mobile an den drei Civitas-Standorten wurden anfangs unterschiedlich gut angenommen. Es dauerte ein wenig, bis die anfänglichen Berührungsängste gegenüber den neuen Angeboten ausgeräumt waren. Zum einen gab es nur wenige cambio-Kunden vor Ort, zum anderen wurden die Neukunden gleich zum Anfang mit einer neuen Technik, nämlich den Elektroautos konfrontiert. Was aber auch klar wurde: Je näher das Quartier an der Innenstadt lag, umso besser wurde es von den cambio-Kunden genutzt.

„Wir sind froh darüber, dass wir den Anwohnerinnen und Anwohnern der gewoge-Häuser und allen cambio-Kunden Zugang zu den Angeboten geben können. Es zeigt, dass die Menschen das neue Mobilitätskonzept als eine echte Alternative zum eigenen Auto annehmen – und das dazu noch umweltfreundlich“, so Gisela Warmke, Geschäftsführerin von cambio Aachen. „Nach vier Jahren ist das neue Mobilitätsangebot an der Station TURPIN soweit angenommen worden, dass wir es kostendeckend betreiben können.“

Es gibt bereits Nachahmer

Das Modellprojekt in Aachen hat übrigens Nachahmer gefunden. Derzeit läuft ein ähnliches Projekt bei den Kollegen von teilAuto in Chemnitz. Bei wirtschaftlichem Erfolg ist eine Erweiterung des Modells auf weitere Standorte denkbar. Wir drücken dafür natürlich die Daumen!

(Text: Arne Franke, cambio CarSharing / Fotos: cambio)

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