25 Jahre CarSharing in Aachen – wie wir wurden, was wir sind

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Aus der Welt von cambio

Am 24. Oktober 2015 feierte cambio in Aachen mit seinen Kunden, Partnern und Freunden Geburtstag. Werner Wingenfeld, Bau- und Planungsdezernent der Stadt Aachen sowie Willi Loose vom Bundesverband CarSharing (bcs) und Joachim Schwarz, Geschäftsführer der cambio-Gruppe, waren unter den Gästen und überbrachten zum 25. Jubiläum ihre Glückwünsche.


Durch den Abend mit 400 Gästen führte der Aachener Kabarettist Manfred Hammers. Ein Höhepunkt des Abends war die Begrüßung jener 17 Kunden, die am längsten dabei sind – einige schon seit dem ersten Jahr. Instrumental begleitet wurde die Feier vom Aachener Schlagsaiten-Quantett.

Eine kleine Rückschau auf ein Viertel Jahrhundert CarSharing in Aachen

Oktober 1990: Acht Personen treffen sich im Stadtteilbüro im Frankenberger Viertel um den Verein Stadtteilauto zu gründen. Ihr Ziel: Autos in Zukunft gemeinsam nutzen, ihr Auto: ein gebrauchter gelber VW Golf. Für die einen ist es ein neues, nachhaltiges Mobilitätskonzept, für die anderen eine kostengünstige Alternative zum eigenen Auto.

Ein bisschen Abenteuer und auch ein bisschen Skepsis waren natürlich dabei. „Wir wussten nicht, ob genügend Leute bereit sind, mitzumachen und ob dann das System in großem Maßstab funktionieren kann“, sagt Gisela Warmke, Geschäftsführerin von cambio Aachen und von Anfang an dabei.

Schon drei Jahre später wird alle Skepsis widerlegt: „Stadtteilauto funktioniert, wird von den Aachenern angenommen und hat seinen ökologischen Effekt bewiesen“, verkündet die Vereinsbroschüre 1993. Zu der Zeit teilen sich schon 139 Aachener zehn Fahrzeuge an sieben Stationen im Stadtgebiet.

Ein denkbar einfaches System – schon 1993

Die Broschüre mit dem Titel „Der Charme der Vernunft“ verspricht nicht zu viel: Auch schon damals ist das Prinzip denkbar einfach: telefonische Buchung, Schlüssel aus dem Tresor holen und losfahren. Mit Wartung und Reparatur hat der Nutzer nichts zu tun.

So bequem wie heute ist das in der analogen Zeit natürlich noch nicht: Kilometerstände und Fahrzeiten müssen die Nutzer von Hand ins Fahrtenbuch eintragen. Zeile für Zeile werden die Daten später in den Rechner eingegeben.

Wenn’s mal wieder länger dauert

Die Gründerjahre des CarSharing waren eine bewegte Zeit für neue Ideen, so auch für Lebensmittel-Kooperativen. Roland aus Aachen kombinierte beides. Mit dem CarSharing Auto fuhr er Bio-Lebensmittel in Aachen aus. Er war spät dran, die Buchungszeit war fast abgelaufen und Roland hatte noch reichlich Ware im Wagen.

Ein Arzt hatte den Wagen im Anschluss gebucht, um Hausbesuche zu machen. Kurz entschlossen fuhr Roland mit vollem Wagen zur Station, holte den Mediziner ab und – da waren die beiden ganz unkompliziert – kutschierte ihn durch die Stadt. Die beiden lernten sich kennen und es entstand eine Freundschaft mit weitreichenden Folgen: Heute ist Roland einer der beiden Geschäftsführer der cambio Aachen und mit der cambioApp wäre er schnell in der Lage, seine Buchung auch während der Fahrt zu verlängern. Dem nachfolgenden Arzt wird in einem Bruchteil von Sekunden ein alternatives Auto angeboten. Aber wie hätten sie sich dann kennen gelernt?

Die Idee wächst

Die Anfänge des CarSharing in Aachen und auch in anderen Städten waren nicht nur Abenteuer. Schnell stiegen die Mitgliedzahlen und damit auch die Ansprüche an eine professionelle Dienstleistung. „Mit der ökologischen Idee allein überzeugt man nur wenige. Wir wollten mit einer erstklassigen Dienstleistung begeistern und damit dann auch wirtschaftlich erfolgreich sein,“ beschreibt Gisela Warmke die ersten Jahre.

Auch das ging gut: cambio Aachen zählt  heute – 25 Jahre nach der ersten Fahrt mit dem gelben Golf – 6.434 Kunden, die Zugriff auf 124 Fahrzeuge an 45 Stationen im Stadtgebiet und in der Region haben.

Die Jubiläumsfeier in der Bachstraße 20 war für die Gäste übrigens auch ein Vorgeschmack auf die neuen Geschäftsräume. Ein Umzug in das ehemalige Busdepot ist für 2017 vorgesehen.

Mit der Erweiterung in die Region hat cambio Aachen zuletzt erste erfolgreiche Schritte über die Stadtgrenzen hinaus gemacht. In Zukunft sollen weitere Städte und Gemeinden in der Region folgen.

Roland Jahn schaut optimistisch in die Zukunft: „CarSharing befreit – von der Last des Autobesitzes und dem Zwang, das eigene Auto nutzen zu müssen. Diese Erkenntnis setzt sich immer mehr durch, deshalb sehen wir mit großer Zuversicht in die nächsten 25 Jahre.

 

Der direkte Draht zum Team des cambio Blogs: blog@cambio-CarSharing.de

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